COSTA RICA – Tipps & Tricks Fürs Paradies

Ein neuer Stern ist geboren und rankt nun unter den Top 3 unserer Top Reiseziele: COSTA RICA.
Von Dezember 2017 bis Januar 2018 durchquerten wir auf einer Strecke von 3539 KM die Regenwälder, National Parks, die schönsten Strände und Buchten Costa Ricas und lernten die wunderschöne Natur und Wildnis dieses Landes kennen.

In diesem Artikel beschreiben wir unsere Reise nicht auf Tagesbasis, sondern möchten einen geballten Überblick über das geben, was euch in Costa Rica erwartet.

Costa Rica ist das Paradies.

Ein Paradies für Abenteurer, Landschafts- und Naturliebhaber, Fans seiner Pflanzen- und Tierwelt, für Backpacker und Offroader, Camping Fans und Fotografen. Costa Rica ist für die Faulen, die Verrückten, für die Wanderer und Radfahrer... Costa Rica ist eigentlich für jeden wie gemacht.

Es beherbergt mehr als 500.000 verschiedene Tierarten, 10.000 verschiedene Pflanzenarten, liegt mit seinen dutzenden Mikroklimas in 12 unterschiedlichen Klimazonen und seine Biodiversität zählt zu den Top 20 der Welt.

Costa Rica hat sich seine Ursprünglichkeit bis heute wirklich bewahrt und das ist unter anderem das, was uns so unglaublich fasziniert hat.
Wir lieben Costa Rica!

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Reisen im Dezember

Im Dezember ist Trockenzeit und der Sommer beginnt allmählich.
Die Temperaturen steigen täglich und variieren von kühlen und windigen 2°C (in den höheren Lagen) bis hin zu 34°C an den Stränden. Die Luftfeuchtigkeit ist generell immer recht hoch, besonders in den Regenwäldern Monteverdes.
Für uns persönlich war es oft einfach viel zu heiß und man muss sich schon auf einige Temperatur- kontraste einstellen, wenn man von unten nach ganz oben fahren will.

Anfang Dezember kann und wird es vereinzelt auch noch regnen, besonders in der sehr regenreichen Gegend Monteverdes (wo es eigentlich irgendwie immer regnet). In der Mitte und im Norden Costa Ricas hatten wir auf unserer Reise erheblich mehr Regen, die Strände waren aber alle meist verschont.

Bei einer Reise durch Costa Rica sollte man sich auf jeden Fall für jede Wettersituation wappnen und entsprechende Kleidung mitbringen, sonst kann das schnell mal recht unangenehm werden.

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Schwitzen An Der Punta Uva, Nahe Cahuita

Der Leihwagen

Wer nach Costa Rica kommt, sollte über ein Leihfahrzeug nachdenken. Entweder bereist man damit nur bestimmte Teile des Landes (dann reicht sicherlich eine kleine "Möhre") oder man möchte das ganze Land durchpflügen. Für den letzteren Fall raten wir zu einem 4x4 Fahrzeug.

Wir selber mögen keine Hotels und entschieden uns für ein voll ausgerüstetes 4x4 Fahrzeug mit Dachzelt. Keine Ahnung, ob es da auch sowas wie "Tupperware" (Wohnmobile) gibt, glauben aber eher nicht (wer will Costa Ricas Straßen auch schon mit einer "Weißware" befahren? 😉 )

Nomad America - Our Way To Go!

Die einzige Firma, die solche Fahrzeuge, wie wir es haben wollten anboten, war Nomad America.
Die Jungs haben eine kleine Fahrzeugflotte von Dachzeltfahrzeugen. Hier sind dem finanziellen Rahmen keine Grenzen gesetzt, je größer die Fahrzeuge sein sollen, umso teurer werden sie.

Fabio und sein Team sind großartig. Sie bieten einen absolut hervorragenden Service, sind sehr hilfsbereit, kompetent und zuverlässig und ihre Fahrzeuge machen durchweg einen sehr guten Eindruck. Für unsere speziellen Bedürfnisse stellten sie uns einen Toyota 4Runner zur Verfügung, der sogar mit der einen oder anderen "elektrischen Kleinigkeit" ausgerüstet wurde.

Der 4Runner war ein Beast... auf der Straße und im Busch. Mit genügend Power (V6), war er mit einem nagelneuen, großen Dachzelt ausgestattet. Im Inneren des Fahrzeuges fanden wir allerlei Camping-Equipment wie Essbesteck und Geschirr, Campingkocher, Matratzen, Schlafsäcke, Wassertank und Außendusche.

Das Fahrzeug hat mit uns eine Menge mitgemacht, aber nie seinen Dienst versagt. Wir hatten absolut keine Schwierigkeiten, was auf eine gute Wartung des Fahrzeuges schließen ließ.

Nomad America bieten einen Shuttle-Service vom Flughafen zu deren Base.
Man wird freundlich in Empfang genommen, entweder direkt mit dem neuen Fahrzeug oder man fährt mit einem (von NA bezahlten ) Taxi zur Filiale. Hier übernimmt man sein Fahrzeug, bekommt eine Einweisung und kann auch die erste Nacht auf deren Grundstück campen, bevor das Abenteuer beginnen soll.

Wir bekommen zwar kein Geld für diese tolle Werbung,  aber können und möchten Nomad America wirklich empfehlen. So macht Reisen Spaß -  stress- und problemfrei!

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Voll Ausgestatteter 4x4 Offroader: Toyota 4Runner

Vorbereitungen | Geld, Lebensmittel, Internet

Bevor ihr eure Reise beginnt, fehlt ja noch so einiges, seien es eine Sim-Karte fürs Internet, Wasser und Lebensmittel, Gasflaschen, Eiswürfel oder was man sonst noch so benötigt.
Diese Dinge werden mit Costa-Rica-Colón oder manchmal auch Dollars bezahlt.
Außerdem kann man auch bequem mit der Kreditkarte (oder manchmal sogar auch mit der normalen Bankkarte) bezahlen. Hartgeld geht - na klar - immer!

Lebensmittel und Wasser findet man in Supermärkten wie "Maxi Pali", "Walmart" oder "Mini Super". Letztere sind wirklich klein, bieten aber das Wichtigste. Auf eurem Weg werdet ihr immer wieder an sogenannten "Pulperias" vorbeifahren. Auch hier bekommt man Lebensmittel. Brot und andere Backwaren bekommt man in den "Panaderias", Gas, Werkzeuge oder andere Hardware in "Ferreterias", um nur einige der Wichtigen zu nennen.

Mückenschutz und Medikamente generell, gibt es in "Pharmacias", aber zu diesem Punkt kommen wir später.

Btw: Irgendwann werdet ihr dran vorbeifahren und euch öfter fragen: "Was ist ein "Soda"?
In einem "Soda" (das nicht wirklich was mit Wasser zu tun hat), bekommt man traditionelle Gerichte,
also typisch Costa Ricanisches Essen für kleines Geld. Wir selber haben so ein Soda nie probiert, soll aber gut sein.

Für den Internetzugang empfehlen wir "Kölbi" oder "Movistar", die zu den Hauptanbietern von Sim-Karten in Costa Rica gehören und welche ihr eigentlich überall bekommen könnt. Für den Start rüstet euch Nomad America aber eh mit einem schnellen Smartphone und 2 GB an Datentraffic aus. Ansonsten - insofern ihr drauf angewiesen seid - würden wir beide Karten empfehlen, da die eine meist dort arbeitet, wo die andere versagt (und umgekehrt). Generell hat man aber fast überall eine ordentliche Verbindung.
2017 startete Moviestar allerdings einen Test mit einer 30 Tage gültigen, 23 GB großen Datenkarte.
Diese haben wir noch umsonst bekommen und sie funktioniert fast überall. Der Preis für die Karte wird irgendwo bei 70 Dollar liegen (finde ich gar nicht schlecht)

"Water, water, every where,
And all the boards did shrink;
Water, water, every where,
Nor any drop to drink"
(The Rime of the Ancient Mariner , by SAMUEL TAYLOR COLERIDGE)

Eine der häufigsten Fragen ist jene, ob das Wasser in Costa Rica trinkbar ist.
Hmm... wir sind uns nicht sicher!

Einige sagen, es kommt auf die Region an, andere wiederum meinen, es sei problemlos trinkbar.
Dritte meinen, man sollte Abstand davon nehmen, weil Magenprobleme vorprogrammiert sind.
Für den Einheimischen wird das sicherlich kein Problem sein, für all jene, die an gechlortes
Wasser allerdings nicht gewöhnt sind, heißt es: ausprobieren oder einfach kaufen.
Wir selber haben Trinkwasser immer gekauft... war uns einfach sicherer.

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Mini Super Findet Man Sehr Häufig In  Costa Rica

"Wo Straßen keine Namen oder Nummern haben" - Verkehr | Sicherheit | Dinge, die man wissen sollte

First of all: Ticos und Ticas (so werden in Costa Rica geborene genannt) sind tolle Menschen.
Wir lieben diese Art von so hilfsbereiten und gastfreundlichen und auch neugierigen Leutchen.
Wir fühlten uns in keiner Minute irgendwie unsicher, also seit beruhigt: Costa Rica ist eines der sichersten Länder der Erde.

Unabhängig davon: der Verkehr - gerade in städtischen Gebieten - ist der Wahnsinn schlechthin, ganz besonders in und um San Jose herum. Die Menschen fahren dort wie die Besenkten und man muss seine Augen echt überall haben, um keinen Unfall zu bauen. Schweiß ist dort also vorprogrammiert 😉

Komischerweise verhält sich das auf den Autobahnen etwas anders. Dort fahren sie so dermaßen langsam, dass sie von LKW oft rechts überholt werden (denn der "gemeine" Tico fährt eigentlich immer links... komme was wolle). Und irgendwie schert sie es keinen feuchten Kehrricht, ob sich hinter ihnen eine kilometerlange Schlange bildet... "hier bin ich... hier bleib ich".

Die Polizei weiß offensichtlich um diesen Umstand, kümmert sich aber nicht darum.
Btw: Polizei. Von den Sheriffs gibt es nicht so viele, wie man meinen mag. Wir haben nur ein mal welche (im Busch) getroffen, die dann auch gleich eine Drogenkontrolle bei uns durchgeführt haben.

Tankstellen findet man überall im Land, die Gefahr, dass man mal leer läuft, besteht eigentlich nicht.

Achja: Einige Autobahnen sind maut-pflichtig... kosten aber nicht die Welt. Hauptstraßen sind meist in guter Verfassung, ganz anders aber die Straßen abseits der Metropolen oder jene im Busch.


"Nichts ist so schlimm, wie es scheint"

Wenn ihr die Städte verlasst, werdet ihr schnell bemerken, wie sich die Qualität der Straßen rapide verändert. Hier gibt's dann quasi keinen Teer mehr, sondern dutzende von Schlaglöchern in Schotterpisten oder Wegen, die eher an Offroad-Pisten erinnern.

Lustigerweise befahren die Ticos diese "Pfade" auch mit ihren tiefergelegten Japanern oder eben mit Standard-Fahrzeugen... da kennen die nix. Irgendwie scheint das auch echt gut zu funktionieren und man fragt sich: "Warum um alles in der Welt haben wir uns einen Offroader gemietet?" 😀

In der Guanacaste sind die Straßen mit am Schlimmsten, aber auch am aufregendsten und abenteuerlichsten, denn hier müssen Flüsse überquert werden (und ich rede nicht von "Pfützen mit Bewegungsdrang" 😉 )

Achtung: Wichtig zu wissen ist, dass Flussüberquerungen und dadurch entstehende Schäden am Fahrzeug nicht versichert sind. Bevor ihr also einen Fluss überquert, schaut euch an, wie tief das Wasser und wie stark die Strömung ist. Wir haben oft einen Umweg genommen, da der Wasserstand auch mal einen halben Meter betrug. Wem das zu lang dauert (Umwege können auch mal 30KM lang werden) oder Bock auf ein Abenteuer hat, kann auch so lange warten, bis ein Tico vorbeikommt und euch vormacht, wie's geht.


Und wieder: WASSER

Ihr werdet einiges davon brauchen. Besonders in der Trockenzeit, wenn es Temperaturen um die 35°C-40°C, ist man dankbar für eine schnelle Dusche. Hier können wir euch das Flusswasser empfehlen. Das Wasser ist immer glasklar und so hielten wir vor der Durchquerung eines Flusses kurz an, füllten unsere Gebrauchswasserkanister auf und hatten somit genug Vorräte zum Duschen und Abspülen.
Die Fahrzeuge von Nomad America haben übrigens alle so ein merkwürdig schwarzes Plastikrohr an der Seite installiert. Das ist eine Dusche 🙂
Diese kann man ebenfalls mit Flusswasser befüllen (es passen ca. 10-25 Liter hinein)... perfekt für die abendliche Dusche.

Wir selber haben nie mit Frischwasser geduscht und empfanden es als sehr angenehmen, uns immer mit Flusswasser oder Regenwasser zu duschen. Das hat immer hervorragend geklappt (unsere Markise fing bei Regen immer um die 30 Liter Wasser auf) und war auch nicht so schlecht für die Umwelt.

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Das Überqueren Von Flüssen Ist Nicht Nur Spaß Pur, Kann Auch Riskant Sein, Aber Versorgt Euch Auch Mit Gutem Wasser.

Wild Campen vs. Öffentliche Strand-Zone (Maritime Zone)

In Costa Rica ist das wilde campen eigentlich verboten, wird aber geduldet. So hatten wir niemals irgendwo Probleme mit dem freien Stehen. Es hat niemanden wirklich interessiert. Und wenn es jemanden interessiert hat, waren die Menschen sehr freundlich und neugierig auf unsere Art zu reisen. So hatten wir häufig sehr nette und interessante Gespräche mit Ticos, Ticas und auch anderen Gleichgesinnten.

Auf der anderen Seite gibt es das sogenannte "Maritime Zone Gesetz".
Dieses garantiert den für jeden freien Zugang zum Strand. In Costa Rica gibt es somit quasi keinen Meter privaten Strandes (sehr wohl aber Privat-Grundstücke, die den Weg zu ebensolchen abschneiden)

Für uns ist es generell wichtig, einen Platz so zu verlassen, wie wir ihn vorgefunden haben.
Wenn die Menschen dann mitbekommen, dass man mit dem Platz sorgsam umgeht, wird auch keiner was sagen.

Womit wir dann allerdings auch schon beim nächsten Topic wären: Thema "Müll".
Costa Rica hat ein bekannes Müllentsorgungsproblem. So findet man an Stränden selten bis gar keine Mülleimer, wie auch sonst eigentlich eher selten, dafür aber teilweise Haufenweise Müll.
Wohin also mit dem eigenen, den man nicht für den Rest seiner Reise mit sich herumschleppen will?

Wenn man so durch Costa Ricas Siedlungen fährt, fallen einem unweigerlich metallerne Boxen aus Maschendraht auf, die vor jedem Haus am Wegesrand stehen. Das sind Müllcontainer, in denen die Anlieger ihren Hausmüll sammeln. Sicherlich ist es nicht die feinste Art, dort seinen Müll zu entsorgen... aber immer noch besser, als ihn am Straßenrand liegen zu lassen, oder? In anderen Fällen - und ist man in der Nähe eines größeren Ortes - kann man seinen Abfall auch in Containern in der Nähe von Supermärkten abladen.

"Verlasse einen Platz, als wärst du nie da gewesen" 

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Camping At The Punta Uva

Fauna & Flora Und Die National Parks

Mit seiner schier unendlichen Artenvielfalt und seiner atemberaubenden Natur ist Costa Rica ein ganz besonderer Platz. Wilde Tiere in ihrer natürlichen Umgebung und nicht im Zoo zu sehen und zu erleben, ist eine Erfahrung, die man so schnell nicht mehr vergisst.
Wir konnten uns nicht im Traum vorstellen, dass wir "einfach so" auf unserem Weg so viele unterschiedliche Tiere zu sehen bekommen würden, ohne dafür einen Zoo oder National Park besuchen zu müssen.

Sicherlich haben auch wir National Parks besucht, denn Costa Rica hat ja einige, von denen der eine oder andere sicherlich auch sehenswert ist. Allerdings tummeln sich in der Hochsaison derart viele Touristen dort, dass die Chance Tiere zu sehen, quasi gegen Null geht.
Laut schnatternd, springend und suchend stürmen sie dann in Gruppen die Parks. Da traut sich doch kein Tier, auch nur einen Mucks von sich zu geben. Damit sie dann aber doch noch Tiere zu sehen bekommen, zahlen sie nochmal einen Haufen Geld für einen Guide, der sie dann eine Stunde durch den Park führt.
So sehen wir sie dann an uns vorüberziehen, damit auch in aller Hektik bloß alle Tiere gesichtet werden können, während wir uns einfach irgendwo hinsetzen, still sind und darauf warten, dass die Tiere sich allmählich zu erkennen geben.

Costa Rica KANN Teuer Werden (muss es aber nicht)

Nahezu jede öffentliche Attraktion, seien es National Parks oder Wasserfälle kosten Geld. In den meisten Fällen liegen die generischen Eintrittspreise bei ca. $15 pro Person. Ein zusätzlicher guide kostet nochmal ca. $30 (pro Person)

Wir denken... nein... wir sind uns sicher - selbst wenn das Unterstützen von National Parks eine gute Sache ist - dass man nicht immer zwingend viel Geld ausgeben muss.
Auf unserer Reise haben wir die allermeisten Tiere außerhalb von National Parks gesehen. So entweder an unserem Nachtplatz, auf der Fahrt am Wegesrand oder an den zahlreichen einsamen Stränden. Es bedarf nur etwas Geduld und Ruhe und plötzlich tauchen Leguane neben einem auf, oder Papageienpärchen, die an einem vorbei fliegen. Man kann also fast sagen, dass man Abends mit Tukanen schlafen geht und mit Brüllaffen aufwacht.

Wollt ihr Tiere sehen, werdet ihr vermutlich hören, wo welche sind. Fahrt dann einfach in die Nähe, stellt den Wagen ab und verhaltet euch eine kurze Weile (10 min) ruhig, bringt eure Kameras in Position und wartet ab. Die Tiere kommen... ganz sicher 🙂

Schaut einfach mal in unsere Galerie. Hier haben wir die wichtigesten Tiere Costa Ricas vor die Linse bekommen und mit etwas mehr Zeit wären es sogar noch mehr geworden. Manchmal kamen die Tiere so nah, dass ich mein Objektiv von Tele zu Weitwinkel ändern musste.

Brüllaffen | Faultier| Tukan | Weißkopfkapuziner | Papagei

Kleiner Fotografen-Tipp

Nehmt ein paar unterschiedlichen Linsen mit. Ein 24-70mm und ein 70-200mm würden schon reichen, um die meisten Tiere fast formatfüllend abzulichten. Ein 100-400mm (welches ich mitnahm), eröffnet nochmal ganz andere Möglichkeiten.

Meine wichtigeste Ausrüstung:
Panasonic GH5 & Panasonic GX8
Samyang 7.5mm, F3.5 UMC Fisheye
Panasonic H-X012E LEICA DG SUMMILUX 12 mm F1.4 ASPH
Panasonic Lumix G Vario 12-35mm/2,8 OIS
Panasonic Lumix G X VARIO 35-100mm f/2.8 Power OIS
Panasonic Leica DG Vario-Elmar 100-400mm f/4-6.3 ASPH
Quadcopter DJI Phantom 3 Pro

Da ich mit einer Micro Four Thirds Kamera fotografiere (mit Crop-Faktor 2), hatte ich somit Brennweiten von 15mm bis 800mm zur Verfügung, also reichlich für die Wildlife-Fotografie 🙂

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Rückschläge? Wer Will Schon Drüber Reden?... Keiner... Aber Ich!

Ich würde mich so gefreut haben, nicht auf Missstände hinweisen zu müssen, doch leider hat auch so eine unglaubliche Reise, wie die nach Costa Rica ihre Schattenseiten. Schattenseiten, die man auf jeden Fall kennen sollte, wenn man nicht will, dass das Abenteuer gleich in den ersten Tagen eine ganz andere Wendung nimmt.

Bitte tut euch den Gefallen und lest daher etwas aufmerksamer.

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M·O·S·Q·U·I·T·O·S oder "Der Preis Fürs Paradies"

Asiatische Tigermücken oder Sandfliegen. Diese Viecher sind menschenfressende Zombies und sie sind überall. Sie kriegen dich und du kannst kaum was dagegen tun. Und irgendwann kommt der Nervenzusammenbruch.

In weiser Voraussicht nahmen wir drei verschiendene Mückenmittel in 7 Flaschen mit auf die Reise.
"Autan", "No Bite" und "Jungle Formula DEET" (welches ich extra aus England bestellt hatte).
Wir verbrauchten alle 7 Flaschen in den 6 Wochen und leider half keines dieser Mittelchen wirklich, wenngleich das beste immer noch das "Jungle Formula" mit Deet war.

Nach ein paar Tagen fing es schon an und ich bemerkte es gar nicht. Plötzlich fing es an zu jucken und was macht man in seiner Blödheit? Genau... Kratzen! - Ganz blöder Fehler!
Nachdem ich mir beide Beine wund gekratzt habe, konnte ich am nächsten Tag ca. 80 Stiche an jedem Bein zählen. Jeder dieser Bisse juckt fürchterlich, fing an zu bluten, zu nässen und später an zu eitern. Man kann sich diese Pein nicht vorstellen, gerade wenn man (wie ich) Probleme mit der Überproduktion von Histaminen hat.

Dann, nach ein paar schlaflosen Nächten, fing es bei Sonja auch an und am Ende unserer Reise zählten wir über 700 (!) Stiche an unseren Körpern... und das war -> total unsexy!
Nach unserer Rückkehr hatte ich 2 Monate danach noch Stiche, die immer wieder anfingen, zu jucken.

So quälten wir uns 6 Wochen lang mit juckenden und blutenden Extremitäten und die einzigen Mittel, die den Schmerz zumindest ein wenig linderten, waren ein Antibiotikum und Aloe Vera aus einer ansässigen Apotheke.

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"Calamina Plus" - An Antibiotica With Zinc and "Aloe Vera"

Was ihr also braucht, ist ein Mittel mit min 50% DEET. DEET-Repellents sind quasi chemische Waffen, stinken wie die Pest und sind einfach nur schmierig, aber sie halten diese ekligen Viecher zumindest für eine Zeit lang fern.

So muss man sich dann nach dem Aufwachen einschmieren, nach der Morgentoilette, nach dem Baden, Duschen und vor dem Zubettgehen muss der gesamte Körper bedeckt sein. Eklig aber halbwegs hilfreich!
Selbst die Einheimischen erzählten uns, wie sie von diesen "Arschlöchern mit Flügeln" (wie ich sie gerne nenne) gequält werden. Sie haben dafür selbstgemachte Mittel aus Aloe Vera, Kokosölen und anderen Ingredienzien.

Ich verzichte darauf, euch die wirklich hässlichen Bilder zu zeigen, diese hier entstanden nach ein paar Tagen mit Verband

VERMEIDET DAS KRATZEN - DAS MACHT ES NUR VIEL SCHLIMMER!

Tja... wenn es juckt - und das weiß jeder - ist Kratzen die taktisch unklügste Art, aber hey... wenn es juckt, wird halt gekratzt... ein Reflex also und somit irgendwie normal.

Aber man kann ein paar kleine Vorbereitungen treffen.
Man kann kühlen oder mit Wasser beträufeln, man kann sich die Wunden mit nassen Tüchern abdecken, Antihistamine nehmen oder man kommt dem Histamin mit Hitze bei.

Die Enzyme aus dem Sekret der Mücken werden bei einer Hitze über 50°C abgetötet, wie ich erlesen konnte.

Eine recht hilfreiche Methode ist das Erhitzen mit einem Teelöffel. Dieser wird auf der Innenseite mit einem Feuerzeug erhitzt und tippelnd an die Wunde gehalten. Das gleiche kann man mit der Glut einer Zigarette machen oder man erwärmt den Metallteil des Feuerzeuges und rückt den Stichen damit auf den Leib.
Bitte seid aber vorsichtig, man kann sich damit auch recht schnell regelrecht die Haut verbrennen, bis es Blasen gibt (passiert bei genug Vorsicht nicht).

Wenn die Enyzme erhitzt werden, merkt man förmlich, wie das Jucken zunimmt. Das ist eklig, aber ein gutes Zeichen. Wenn man das Ganze dann (mit ein Paar Pausen) ein paar Mal macht, vergeht der Juckreiz und es brennt nur noch. Und das ist gut!

Und Wenn Der Ganze Körper Übersäht Ist?

Nun stelle man sich vor, man hat hunderte dieser Stiche am ganzen Körper. Diesen mit dem Löffel den Garaus zu machen ist fast unmöglich, deswegen hier die Holzfällermethode. Diese juckt am allermeisten, ist nahezu unerträglich, aber "tötet" dutzende von Sitchen aufs Mal und garantiert eine schlafreiche Nacht.

Macht ein Lagerfeuer und zieht euch etwas Kurzes an (die meisten Stiche wird man an den Beinen und Armen haben). Ist irgendwann viel Glut vorhanden, stellt euch mit der Stirnseite der befallenen Fläche (bitte sehr) vorsichtig an die Glut.
Ihr merkt, wie es langsam anfängt zu jucken, bis es irgendwann un-er-träg-lich wird.
Tretet ein paar Schritte zurück und drückt wegen meiner auf das Bein, kratzt nur um Himmels Willen nicht. Macht das ebenfalls so lange (genug Pausen dazwischen), bis aus dem Jucken ein Brennen wird.
Dann habt ihr es fast geschafft.

Enyzme Verbrennen!

Stress Für Die Haut - Hautpflege

Wenn ihr euren Juckreiz überwunden habt, solltet ihr euch um eure Haut kümmern.
Im Normalfall sollte diese keine Blasen werfen (sonst habt ihr es definitif übertrieben), aber sie brennt und spannt.
Wir haben uns dafür aus der Apotheke "Calamina Plus" (ein Antibiotikum mit Zink), einen Aloe Vera Extrakt und Verbände besorgt (am besten diese Stretch-Teile). Reibt euch die Beine mit der Zinktinktur ein und lasst diese etwas antrocknen (sie ist weiß, wie Schnee, wenn trocken). Danach reibt eure Extremitäten mit Aloe Vera ein und seid nicht geizig dabei.
Sehr vorteilhaft ist es, wenn ihr beide Mittel immer so kühl, wie möglich haltet... das tut soooo gut 🙂
Umwickelt dann alles mit Verbänden und ihr merkt die Linderung und Heilung sofort.
Jetzt solltet ihr eine halbwegs ruhige Nacht haben. Ich drücke euch die Daumen 🙂

Sonja und ich haben diese Methoden über den gesamten Zeitraum unserer Reise durchexerziert, denn bei uns waren die Stiche so schlimm, dass wir nach ca. 2 Wochen daran dachten, die Reise abzubrechen und nach Hause zu fliegen. Mit unserem "Workflow" haben wir dann doch noch bis zum Ende durchgehalten. Gott sei Dank!

Und bitte... wie immer:
Seid vorsichtig und tastet euch langsam heran. All das, was ihr eurem Körper "antut", macht ihr natürlich auf eigene Gefahr.

Costa Rica Blog 12

Am "Catarata Del Toro" Wasserfall

The Trip Of Your Lifetime!

So hoffen wir, dass eure Reise nach Costa Rica ebenso DIE Reise wird, die sie für uns war.
Denn für uns war sie unvergesslich und jeden einzelnen Stich wert.

Thorsten & Sonja

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