JEEP WRANGLER JK UNLIMITED, 2.8 CRD, 177 HP

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Westalpen, 2016

Unsere ersten Reisen waren Flugreisen. Irgendwann gingen uns die langen Reisen auf den Keks und ich erinnere mich immer wieder mit Schrecken an den Flug nach Neuseeland. 30 ewig lange Stunden. Die reinste Zeitverschwendung. Dazu kam, dass wir von unserem eigenen Kontinent noch fast gar nichts gesehen hatten. So entschieden wir uns zum Aufbau eines Reisefahrzeuges, mit dem wir Europa und Afrika erkunden wollten.

"Uncle Jack" - Volkswagen T4

Unser erstes eigenes Reisemobil war ein 27 Jahre alter Volkswagen T4, "Uncle Jack" genannt. (inspiriert vom ewig betrunkenen "Captain Jack Sparrow" aus "Fluch Der Karibik")
Nach dem Kauf bastelten wir hier, erweiterten da und optimierten "Jack" so lange, bis er unseren Bedürfnissen gerecht wurde.

"Uncle Jack" stellte sich schnell als sehr zuverlässiges und günstiges Reisefahrzeug heraus. Niemals hatten wir großartige Probleme mit ihm. Wir blieben niemals liegen und hatten noch nicht einmal einen platten Reifen. Was war das ein tolles Fahrzeug. Und wenn es geregnet hat: Tür auf, Sitze umdrehen und einfach auf besseres Wetter warten.

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Norwegen, 2014

Aber mit Jack gab es ein dennoch ein Problem.

Als Fotografen wollten wir immer an Plätze fahren, die nicht vom Tourismus eingenommen wurden. Fotografien der üblichen Tourismusplätze hatten für uns einfach keinen besoneren Reiz. So suchten wir immer außergewöhnlichere Plätze und ich erinnerte mich immer wieder an meine Neuseeland-Reise. Hier haben wir das Land mit einem 4x4 Fahrzeug bereist hatten. Wir konnten einfach querfeldein und off the beaten track fahren und fanden so die tollsten und verstecktesten Plätze.

Der Mitsubish L200 4x4 Mit Dachzelt

Spektakulär war auch unsere Reise durch Südafrika. Hier hatten wir einen richtig gut ausgestatteten Offroader mit Dachzelt und befuhren damit sogar den Sani-Pass nach Lesotho. Mit dem Kahn konnten wir an verlassene Strände fahren oder auch einfach mal in den Busch. Zack, Dachzelt aufgeklappt und einfach überall eine Nacht lang stehen bleiben.
Und jedes mal wenn wir in andere Länder gereist sind, erinnerten wir uns an die Südafrika-Reise. Irgendwie hat uns das Thema "4x4 mit Dachzelt" nie richtig losgelassen. (Hatte auch irgendwie etwas romantisches... bin ja auch voll der Romantiker 😀 )

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Südafrika, Sani Pass zum höchsten Cafè in Afrika (Lesotho), 2006

Irgendwann sind wir dann nach Korsika gefahren und sahen plötzlich überall Offroader... auf Campingplätzen, in der Wildnis und an den Stränden.
Einige dieser tracks konnten wir mit dem T4 zwar befahren, aber eben nicht alle. Dazu kommt, dass auf Korsika viele Strände nur für Fahrzeuge bis 2,50m Höhe befahrbar waren. Uncle Jack war leider immer zu hoch... ganze 2.5cm. Wie schade auch!

Nichtsdestotrotz hatten wir viele tolle Zeiten und Erlebnisse in "Uncle Jack". Dennoch merkten wir, dass ein so großes Fahrzeug nicht wirklich das ist, womit wir zukünftige Reisen bestreiten wollten.
... und wir dachten immer und immer wieder an Südafrika.
Es musste also ein neues Fahrzeug her!

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Mit dem "Bulli" auf Korsika, 2015

Gesagt, Getan! - Der JEEP Wrangler

Nach langem Suchen und viel Recherche stolperten wir immer wieder über Landrover, Toyota und JEEP. Der Landy war jetzt nicht so unser Fall und nach dem Anschauen unzähliger Offroad-Videos entschieden wir uns letztendlich für einen Wrangler.

Ich weiß gar nicht so recht, was mich am Wrangler so fasziniert hat. Irgendwie habe ich bei seinem Anblick einfach alle anderen Fahrzeuge ausgeblendet.

OK... JEEP... gut... Welchen?... Wo kaufen?... Was kostet er?... und wieviel müssen wir noch oben drauf legen, bis er so ist, wie wir ihn haben wollen?
Fragen über Fragen, bis wir über einen "grün-chromenen-bling-bling-porn-JEEP Wrangler" stolperten, der für einen fairen Kurs angeboten wurde.
Der Wrangler wurde von einem Versicherungsmakler gefahren, ist nie offroad gewesen und war zudem alt genug, um halbwegs zuverlässig zu sein. (Ich hasse neue Fahrzeuge, die mit Elektronik vollgestopft und wo Elektronikprobleme schon vorprogrammiert sind). So suchte ich ein Fahrzeug mit min. 100.000 KM und so wenig wie möglich Elektronik.

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"grün-chromener-bling-bling-porn-JEEP Wrangler" 😉

Unser neues "ZAV" (Zombie-Apocalypse-Vehicle)

Nachdem der Verkäufer den Zahnriemen hat wechseln lassen und eine große Inspektion in Auftrag gab, kauften wir den Wrangler für 19.000€.
Ohne jedwede Offroad-Erfahrung dachten wir schon darüber nach, was wir alles verändern wollten, bis er voll einsatzfähig ist. Wir waren guter Hoffnung, voll motiviert und wussten, das wird großartig...und das wurde es auch 🙂

Ebenso wie beim T4 investierten wir viel Zeit für den Aus- und Umbau. Ich entwickelte den Innenausbau am Computer und visualierte, wie er am Ende ausschauen sollte. Ziel war ein komplett autarkes, gut ausgestattetes Fahrzeug, mit dem wir in die Wildnis fahren konnten, ohne uns zu große Sorgen um das Fahrzeug machen zu müssen.

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3D Computer Visualisierung des Innenausbaus, 2015

Vollausstattung!

Mittlerweile ist der Wrangler voll ausgestattet. Dazu zählen GPS-Navigation, Funkgeräte, Dachzelt, 360W Solar und 225A Batterie-Power, ebenso eine Dusche, fließendes Wasser, ein Gassystem, eine kleine Kochnische und sogar ein kleines Klo ist vorhanden (unsere sogenannte "Notfall-Pipi-Kaka" 😀 )

Mal abgesehen davon, dass der "Dicke" mittlerweile kein Leichtgewicht mehr ist und wir tausende von Euros in ihn investierten, ist er auf Straßen dennoch recht gut fahrbar und im Gelände umso großartiger.

Ein Ziel habe ich allerdings nicht erreicht: Ihn so unscheinbar wie möglich aufzubauen, denn wir wollten ein Fahrzeug, dass in der Wildnis kaum bemerkt wird und ansonsten kaum großartig auffällt. Das funktioniert zwar im Busch, aber in Städten haben wir das Ziel schlichtweg verfehlt 😀

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Montenegro, 2016

Gut... er wurde nie gestohlen und es wurde auch nie eingebrochen (Klopf-Auf-Holz), aber wir können mittlerweile nicht mehr zählen, wie oft wir Kaufangebote für den Kahn bekommen haben. Egal wo wir stehen, ziehen wir Blicke auf uns, müssen Fragen beantworten und die Leute herumführen.

Ein Grund mehr, uns von der Zivilisation fernzuhalten... denn genau aus dem Grund haben wir den "Dicken" ja auch aufgebaut und genau da macht er einen verdammt guten Job!

Auf den folgenden Seiten könnt ihr dann weiter lesen, was wir mit diesem Klotz aus Metall noch so alles angestellt haben.

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